Fallout 4 – I’m shipping up to Boston!

Veröffentlicht: 28. Januar 2016 in Allgemein

War, war never changes.
Auch nicht, wenn wir in Fallout 4 nach Boston ziehen und Raidern, Mutanten, Ghouls und anderem Gekröse die Hölle heiß machen. Und das machen wir bei Fallout 4 zur Genüge.
Lang erwartet und heiß ersehnt veröffentlichte Bethesda im November den 4. Teil der Fallout Serie. Genau genommen ist es der zwar der 5. (New Vegas ist definitiv ein eigener Teil), die Nomenklatur kann dem geneigten Spieler aber reichlich egal sein.
Story:
Die Story ist Fallout typisch eigentlich nur Nebensache: Der/die Held/in flüchtet mit Familie in eine Vault, wird tiefgefroren, wird aber manuell aufgetaut, um den Sohn zu entführen und den Ehepartner zu killen. Im Prinzip ist Fallout 4 daher ein reiner Rachefeldzug bzw. Rettungsmission für den Sohn.

Just one more sidequest…

Die Hauptstory ist zwar lang, bietet dabei relativ wenig Tiefgang, deutlich interessanter und spannender sind die Nebenquests, Entdeckungen und die Charaktere.
Nachdem ich von Witcher III etwas enttäuscht war (tolle Story, mäßiges Gameplay), hat mich Fallout 4 wieder ganz in seinen Bann gezogen. Ich hoffte im Vorfeld auf ein postnukleares Skyrim und was soll ich sagen? BINGO! Völlige Freiheit, individueller Kampfstil, etwas vereinfachtes Skillen und grandiose Dialoge und Entdeckungen. Genau das habe ich nach Fallout 3 und New Vegas erwartet. Das Ganze hat dann auch dazu geführt, dass ich, bevor ich mit der Hauptquest weitermache, zunächst möglichst viel erkunden möchte. Das fängt bei Städten an (die zugegebenermaßen diesmal recht klein und langweilig ausfallen), steigert sich über vier Fraktionen (Minuteman, Brotherhood, Railroad & Institut) bis hin zu einer vielzahl an Orten, die einfach Spaß machen zu erkunden.
Im Gegensatz zum Witcher habe ich in Boston und dem Commonwealth wirklich Lust, alles zu erkunden. Dabei geht es gar nicht so sehr um Loot oder Schätze, es sind die kleinen Geschichten hinter den Orten, die man entdeckt. Ob das jetzt ein alter verfluchter Steinbruch, eine aufgegebene Stadt, ein Schrottplatz oder eine Evakuierungsstation ist, die Zahl der Orte, die sich erkunden lassen wirkt endlos und spornt mich nach jedem “abgehaktem” Örtchen dazu an, weitere zu suchen und zu erkunden. Ganz in Fallout Manier funktioniert das Kampfsystem: Entweder actionlastiges Geballer oder VATS in Zeitlupe, beides hat seinen Charme und ergänzt sich meiner Meinung nach wunderbar. Für Standard-Raider zücke ich die Pistole und schieße aus der Ferne, gegen Todeskrallen muss das VATS herhalten. Etwas unglücklich hingegen ist das Inventar geraten – sammelt man relevante Dinge ein, muss man diese erst umständlich suchen. Es wird zwar nach Waffen, Rüstungen, Hilfsmitteln, Schrott und Diversem sortiert, innerhalb dieser Reiter ist die Sortierung aber reichlich unübersichtlich. Hinzu kommt, dass die Waffen und Rüstungen gepimpt werden können, was ihren Namen und die Anzeige extrem einengt. Gerade beim Handeln weiß man daher nicht immer, welche Waffe oder Rüstung all diese Attribute hat.
Crafting ist ein eigenes Thema für sich. Ich persönlich bin kein Fan und crafte nicht, man kann aber so ziemlich alles modden und verändern, was man möchte. Sehr gut hingegen finde ich, dass sich Waffen und Rüstungen nicht mehr abnutzen, das hat in den Vorgängern wirklich genervt.
Das einzige was mir wirklich fehlt sind richtig schöne Städte. Die einzigen Städte im Commonwealth sind Diamond City und Goodneighbour. Alles andere sind entwerder Siedlungen oder selbst gegründete Städte. Crafting lässt grüßen. In Zeit von Minecraft und Co. sicherlich ein kluger Schritt, ich persönlich habe aber wenig Lust an Häuschen bauen, Möbel bauen und Verteidgungen aufbauen, dafür finde ich den Rest des Spiels einfach zu spannend.

Als Fazit kann man bei Fallout 4 nur festhalten – wer die Vorgänger mochte, wird Fallout 4 auch mögen. Selbiges gilt übrigens auch für Skyrim. Kleinere Wehrmutstropfen wie die Actionlastigkeit oder die sich doch öfters wiederholenden Quests sind unschön, mir persönlich aber von Skyrim dermaßen bekannt, dass ich trotzdem über alle Maßen zufrieden bin. Fallout 4 ist für mich persönlich das beste Game des vergangenen Jahres!

Am vergangenen Freitag fand, wie in den letzten Jahren, der SEO Day statt, welcher von Fabian Rossbacher organisiert und veranstaltet wird. Obwohl ich seit vielen Jahren SEO Konferenzen besuche, war dieser SEO Day für mich eine Premiere. Nicht nur, dass ich tatsächlich zum ersten Mal im Rheinenergie-Stadion den SEO Day besucht habe, ich hatte auch zum ersten Mal die Möglichkeit, als Speaker aufzutreten. Ich habe dabei über typische Fallstricke und Fehler von Inhouse-SEOs gesprochen, die mir in meiner langjährigen Inhouse-SEO-Erfahrung immer wieder unterkommen und die mir Inhouse-Kollegen berichten. Doch von Anfang an…

Im Vorfeld des SEO Day wollten wir (das SEO Team von RTL) schon in den vergangenen Jahren ein SEO-Inhouse-Event organisieren, was wir jedoch immer aufgrund von Zeitmangel knicken mussten. Dieses Jahr haben wir uns tatkräftige Unterstützung besorgt und konnten so am Vorabend des SEO Day ein schickes Event auf die Beine stellen, welches sich perfekt zum Netzwerken und Kennenlernen von anderen inhousern anbot. Mit rund 60 Inhouse-SEOs konnte man neben jeder Menge Fach-Schnack auch die ein oder anderen Bekanntschaften schließen.

Der SEO-Day am folgenden Tag war meiner Meinung nach ein voller Erfolg. Es gab ein Beginner-Track, zwei Fortgeschrittene-Tracks und einen Coder-Track. Auch wenn Fabian im Vorfeld angekündigt hatte, dass der Coder-Track wirklich nur etwas für Coder sei, hatte mich mein Mut gepackt und mich in einen Vortrag getrieben. Dass ich seit der Uni nicht mehr programmiert habe, habe ich in Jens Altmanns Vortrag seeehr schnell gemerkt – der Coder-Track war tatsächlich nur etwas für Coder :-)

Ansonsten gab es noch sehr spannende Vorträge von Jens Fauldrath, der über SEO Monitoring sprach, Johannes Beus’ Vortrag über aktuelle CTR-Zahlen in den Serps und Christian Tembrinks Vortrag über Symbole in der Meta-Description.

Insgesamt war der SEO Day super organisiert, das Essen war lecker und dank diverser Ausgabestellen auch keine sonst üblichen Essensschlangen. Preislich einfach unschlagbar (250€ als Early Bird) und inhaltlich auch viele gute Vorträge – den SEO Day kann ich jedem Einsteiger und Fortgeschrittenen nur wärmstens empfehlen.

Fear The Walking Dead

Veröffentlicht: 26. August 2015 in Allgemein
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Fear the walking deadAmazon hat vor kurzem eine neue Serie an den Start gebracht: Fear The Walking Dead. Quasi das Prequel zu The Walking Dead, mit komplett eigenen Charakteren und völlig losgelöst vom Original. Aber kann die Serie was? Bislang gibt es lediglich einen Piloten…

Der Pilot macht schon mal Lust auf mehr. In einer Zeit, als die Zombokalypse noch kein Thema ist, herrschen die normalen Familienprobleme vor: Eltern sind geschieden, Sohn hat Drogenprobleme, neuer Stiefvater wird nicht akzeptiert. Ganz sanft und harmlos wird deutlich, was der Menschheit bevorsteht: Zombies! Natürlich wird bei Fear The Walking Dead nicht erklärt, woher der Zombievirus überhaupt stammt, fest steht nur, dass nach und nach immer mehr Tote ein Problem damit haben, tot zu bleiben.

Optisch und inhaltlich knüpft Fear The Walking Dead deutlich an The Walking Dead an: Die Charaktere stehen im Vordergrund, die Zombies sind nur spannungshaltende Elemente. Zugegeben, in der Pilotfolge gab es noch nicht allzu viele Zombies, es zeichnet sich aber ab, dass es deutlich stärker um die Familie geht, als um eine globale Zombiestrategie á la World War Z (der Film!).

Insgesamt hat mir FTWD sehr gut gefallen und Lust auf mehr gemacht. Man weiß ja, wie es enden wird, aber gerade dieser sehr sanfte Einstieg in die Zombokalypse baut unheimlich viel Spannung auf. Nichts desto trotz sollte FTWD in Zukunft mehr Gas geben. Ich hoffe nicht, dass aus der Serie ein Familiendrama mit Zombieelementen wird, sondern eine Zombieserie mit Familienelementen.

The Witcher 3 – Ein Hexer auf der Suche

Veröffentlicht: 18. Juni 2015 in Allgemein

Viel ist über Witcher 3 schon geschrieben und rezensiert worden. Für viele Gamer und Magazine ist es das beste (Rollen)spiel aller Zeiten. Zeit, dass mal jemand eine Gegenposition bezieht.

Ich habe Witcher 3 endlich durchgespielt. Nach gut 50 Stunden, inklusiver diverser Nebenquests, Hexeraufträge und Schatzsuchen, konnte ich die Geschichte endlich abschließen und ich muss zugeben, The Witcher 3 ist gut. Aber längst nicht so gut, wie alle behaupten.Fangen wir doch bei den Dingen an, die mir gut gefallen haben:

Die Grafik ist wirklich der Hammer, von beeindruckender Landschaft, grandiosen Monster bis hin zu lebensecht wirkenden Charakteren, beim Witcher stimmt grafisch wirklich alles. Zudem gibt es diverse verschiedene Wetterzustände, die meist aber nur die Sicht beschränken.

Die Quests sind wirklich toll gemacht und bieten jedes Mal eine spannende Geschichte zur Quest. Musste man bei Skyrim beispielsweise diverse Gegenstände beschaffen (“bring XY zu XY”) oder Banditen ausrotten, wird beim Witcher jedes mal eine spannende Geschichte erzählt. Die Anzahl der Quests ist allerdings etwas eingeschränkt. Hatte ich bei Skyrim noch das Problem vor lauter Quests kaum in der Hauptstory weiter zu kommen, gibt es beim Witcher neben der Hauptstory pro Stadt gut ein Dutzend Nebenquests und pro Region eine Handvoll Hexeraufträge. Die Pferderennen und Boxkämpfe sind nett, mehr aber auch nicht.

Richtig nervig ist allerdings, dass die Nebenquests gefühlt viel zu wenig Erfahrungspunkte bringen – doch beginnen wir mit allem, was mit genervt hat. Im Gegensatz zu Skyrim leveln die Gegner nicht mit, sondern haben einen fixen Schwierigkeitslevel. Das heißt, falls man in die falsche Region vorstößt oder irgendwo auf Gegner trifft, die ein viel zu hohes Level haben, fällt das unter Pech gehabt. Denn die starken XP-Schübe gibt es leider nur in der Hauptgeschichte. Gegen zu hochstufige Gegner hat man eigentlich auch keine Schnitte, zumal ein hinterhältiger Kampf mit Pfeil und Bogen a la Skyrim nicht möglich ist.

Der Kampf nervt leider auf Dauer. Gerald verfügt über 5 Spezialkräfte, die jedoch dank relativ nutzlosem Skilltree recht nutzlos bleiben. Ja, ein Schild ist nützlich, genau wie ein kleiner Feuerstoß, im Großen und Ganzen muss der Schaden aber durch die Waffen erfolgen, nicht durch Hexerei oder Armbrust.

Der Skilltree ist wie gesagt nett, aber nutzlos. Im Bereich Alchemie habe ich nicht einen Punkt verwendet, die magischen Kräfte werden nur minimal stärker und im Kampfsystem merkt man leider auch nicht so wirklich viel vom Skillen. Hier hätte mir ein Skyrimsystem, bei dem die verschiedenen Spielarten deutlich ausgeprägter sind, besser gefallen, schleiche ich viel, bringt das Skillen dort auch viel, kämpfe ich ein- oder zweihändig oder doch als Sniper? All das spielt mit Gerald keine Rolle – knüppeln, knüppeln, ausweichen, so läuft in der Regel jeder Kampf, egal ob Wolf oder Bossfight.

Die Open World ist zwar open, hat mich aber wenig gereizt, wirklich auf Erkundungstour zu gehen. Hatte ich bei Skyrim oder Fallout wirklich das Bedürfnis jeden noch so kleinen Winkel der Karte abzusuchen, ob es da nicht doch eine coole Quest oder irgendwas gäbe, passiert kartentechnisch beim Witcher nicht viel. Es gibt zwar Schätze, Händler und markante Punkte, die quer über die Karte verteilt sind, der Großteil der Karte ist aber leer – Wege, Hirsche, Bäume und Sträucher. Eine zufällige Quest findet man nur sehr selten und die sporadisch erscheinenden Gegner erzeugen bei mir auch nicht den Wunsch anzuhalten. Außer ein paar alchemischen Sachen oder Waffen haben Gegner einfach nichts spannendes bei sich.

Das führt mich auch zum nächsten Punkt: dem Loot. Ich hatte beim Witcher leider immer das Gefühl, die ganzen Quests nur für Story und XP zu machen, einen coolen Loot gibt es de facto nicht. Klar, man findet hin und wieder ein tolles Schwert oder ein cooles Rüstungsteil aber das wars dann auch. Im Grunde gibt es bei Witcher exakt vier verschiedene Arten von findbarem Kram: Waffen/Rüstungen , Fresskram, Bastelkram (Alchemie & Handwerk) und Runen. Den direkten Verkaufskram kann man fast komplett vergessen, da man außer verticken damit nix machen kann. Somit kommen wir auch eigentlich schon zum nächsten Knackpunkt: es gibt einfach zu viel Kram. Da es nur zwei Waffen gibt (Monster und Mensch) kann man entsprechend Waffen, die einen geringeren Schadenswert haben direkt wegwerfen (oder verkaufen). Die für Alchemie oder Handwerk benötigten Gegenstände bekommt man fast immer direkt beim Händler. Somit schlörrt man Unmengen an Kräutern, Hähnchenbrüsten, Stahlbarren und Büchern mit sich. Entsprechend selten muss man auch Dinge kaufen, was dazu führte, dass ich gegen Ende des Spiels weit über 20.000 Gold parat hatte. Meist hatten die Händler nicht genug Gold, um die tollen, aber nutzlosen weil schwächeren Schwerter, in Zahlung zu nehmen. Ergo schmeißt man irgendwann nur noch weg oder hebt erst gar nicht auf. Das fand ich insgesamt relativ unbefriedigend. Als Beispiel hatte ich das gleiche Problem bei Fallout oder Skyrim. Hier lag es aber eindeutig daran, dass ich einfach zu viele geile Waffen/Rüstungen im Gepäck hatte, von denen ich mich einfach nicht trennen wollte. Bei Witcher kein Problem: Weniger Schaden, weg damit.

Die Bewegung im Spiel ist etwas hakelig. Ja ich kann verstehen, dass Gerald nicht wie ein Karnickel rennen und stoppen kann, aber gerade das reiten mit Pferd ist besonders hakelig, gerade auch weil man wirklich an jedem verschissen Baum hängen bleibt. Und Bitte – warum heißt das blöde Pferd Plötze und kann nicht sterben? Und wieso sterbe ich, wenn ich einen zu steilen Berg runtergehe, was glaube ich meine häufigste Todesursache ist, zusammen mit Höttehü ist das aber kein Problem?

Versteht mich nicht falsch – The Witcher 3 ist ein gutes Spiel. Es macht Spaß, hat eine packende Story, sehr interessante (und großbrüstige) Charaktere, aber insgesamt fehlt mir nach Ende 80% aller Quests und dem Ende der Hauptstory noch die Motivation, ALLES zu entdecken. Das hatte ich bei Fallout oder Skyrim in der Form nicht, ja dort waren die Hauptstories, zumindest bei Skyrim, kurz und anspruchslos, aber der Rest der Welt war einfach deutlich spannender. The Witcher 3 ist ein tolles Spiel ohne Frage. Auf die DLCs freue ich mich auch sehr (zumal sie kostenlos sein werden), so richtige dolle Vorfreude empfinde ich aber aktuell für Fallout 4.

The Avengers are back! Nach ziemlich genau drei Jahren der partiellen Leinwandabstinenz sind die Avengers wieder am Start. Avengers 2 – Age of Ultron ist zwar die Fortsetzung des ersten Avengers-Film, setzt aber handlungstechnisch an sämtliche Marvel Filme an. Wer den letzten Captain America Film nicht gesehen hat, wird erstmal ganz schön ratlos dastehen, was aus Fury und S.H.I.E.L.D. geworden ist. Ebenso sollte man sich Agents of S.H.I.E.L.D. angesehen haben, um wirklich zu verstehen, wo da aktuelle Problem liegt, denn die Avengers allein sind zwar mächtig, mit der Auflösung von S.H.I.E.L.D. stehen sie aber bei Bedrohungen alleine da. Daher hat Tony Stark nicht vollkommen zu Unrecht die Idee (wobei Ultron eigentlich von Hank Pym konzipiert wurde) eine Super-Androiden hat, der die Erde beschützen kann. Zusammen mit dem Infinity Stein aus Lokis Zepter entsteht jedoch eine Künstliche Intelligenz, die den einzig logischen geht: Um die Menschheit zu retten, muss sie vernichtet werden. So viel zur eigentlichen Story des Films.
Age of Ultron ist 2,5 Stunde pure Unterhaltung. Es gibt coole Sprüche, markige Actionszenen, nachdenkliche Superhelden und sogar eine Lovestory! Zusätzlich werden neue Superhelden eingeführt: Scarlett Witch und Quicksilver, die beide als Experiment von Hydra vorgestellt werden. Die Darsteller liefern wie gewohnt eine sehr gute Leistung ab. Sowohl Iron Man, als auch Captain America, Hulk, Thor, Hawkeye und Black Widow hadern mit ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Nichts desto trotz wird Age of Ultron nicht zum Drama – die Actionszenen sind zu prominent, um wirklich Platz für allzu Tiefgang lassen. Das ist aber keineswegs schlecht – zu viel Spaß machen die Kämpfe zwischendurch, die immer wieder gepickt sind mit lustigen Sprüchen. Zudem haben die Kampfszenen eine gewisse Ruhe – ja es geht hektisch zu, aber durch eine recht ruhige Kamera behält man in der Regel gut den Überblick.
Insofern ist Age of Ultron ein sehr guter Unterhaltungsfilm, der sich perfekt in die Marvel Storyline einfügt. Die Infinity-Steine werden uns auch in zukünftigen Marvel-Filmen eine Menge Spaß und Spannung bereiten.

Fazit: 9/10 Mjölnirs

Filmrezension: Herz aus Stahl

Veröffentlicht: 29. Januar 2015 in Freizeit

Herz aus Stahl, oder Fury im Original, erzählt die Geschichte einer amerikanischen Sherman Panzerbesatzung in den Endtagen des Zweiten Weltkriegs (bzw. der Eroberung Westdeutschlands).
Zu der sehr erfahrenen und verrohten Mannschaft stößt ein Neuling, der eigentlich Schreiber werden sollte, künftig aber als Bugschütze des Panzers fungieren soll. Den Kommandanten mimt Brad Pitt, der mit seiner Darstellung aber immer zwischen Sympathie und Antipathie rangiert.

Genauso macht es auch der Film, mal fungiert er als Antikriegsfilm und zeigt wie unmoralisch und kaltblütig das Gemetzel auf beiden Seiten war, mal versucht er sich aber auch als Hurra Amerika Film, wenn wie immer üblich, eine Handvoll amerikanischer Helden mit ihrem defekten Tank ein ganzes Battalion (300 Mann!) kampferprobter SS-Soldaten zerlegt. Und genau dieser Spagat will nicht so recht gelingen, denn die Crew einerseits absolut zu entmenschlichen (z.B. die Erschießung eines ums Leben bettelnden Kriegsgefangenen), andererseits aber auch wieder so zu heroisieren, dass man denkt, Uncle Sam persönlich müsste diese Straßenkreuzung halten. Irgendwie schwankt man bei einem Großteil der Besatzung immer zwischen Bewunderung, Verachtung und Mitleid. Das Ganze lässt im Film gemischte Gefühle aufkommen – war Fury jetzt ein Antikriegsfilm? Ein Kriegsfilm? Oder irgendwas dazwischen?

Als Deutscher ist man ja (zurecht!) daran gewöhnt, in Kriegsfilmen zu verlieren. Man kann dies allerdings auf charmante Art und Weise machen (so z.B. sehr toll in Band of Brothers gesehen) oder man lässt zuhauf deutsche Soldaten rund um einen komplett unbeweglichen Panzer sterben. Versteht mich nicht falsch, ich möchte gar nicht, dass deutsche Soldaten Kriegsfilme gewinnen! Ich würde mir nur wünschen, dass bei einem Film, der sehr viel Wert aus Realismus legt, diese typische schwarz-weiß Malerei zugunsten einer etwas realistischeren Darstellung aufgegeben wird. Mit diesen Film-Stereotypen werden wir wohl bis zum Sankt-Nimmerleinstag leben müssen: hinterhältige Chinesen, fiese Russen, Drogen vertickende Südamerikaner, dicke faule lustige Mexikaner und eben Stormtrooper-Nazis.

Im Endeffekt hätte man sich im Vorfeld mehr Gedanken machen müssen, ob Fury ein Actionfilm werden soll, denn dann hätte man sich die ganze “Liebesgeschichte” sparen können oder ob Fury ein Antikriegsfilm werden soll, dann hätte man das Kaninchen-Schießen Finale auf der Kreuzung anders gestalten müssen. So bleibt Fury ein Zwischending zwischen o.g. Richtungen und unterhält zwar, begeistert aber nicht so richtig dolle.

Fazit: 6/10

Doctor Who Staffel 8 – ein Fazit

Veröffentlicht: 2. Dezember 2014 in Allgemein
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Doctor Who Staffel 8

Zwar ist das Weihnachtshighlight der diesjährigen achten Doctor Who Staffel noch nicht gelaufen, nach 12 Folgen maße ich mir dennoch an, ein Urteil über den neuen Doctor machen zu können.

Vorweg: Capaldi wird nicht mein Lieblingsdoctor und die achte Staffel überzeugt mich auch nicht wirklich. Das hat mehrere Gründe:

  1. konnten die vorherigen Doktoren noch einen gewissen Charme, Witz oder Eigendynamik aufweisen, habe ich beim 12. Doctor immer das Gefühl, dass ihn das alles nicht so recht interessiert.
  2. Capaldi zwar zwar älter, was ich durchaus gut und richtig finde, er kann mich aber irgendwie nicht mitreißen. Hatte David Tennant noch eine hohe emotionale Tiefe, Matt Smith einen Witz und einen Schwung, hat Capaldi irgendwie gar nichts. Also er ist nicht schlecht, er wirkt nur einfach fürchterlich gelangweilt und desinteressiert, das mag aber auch am Plott, dem nächsten Punkt liegen
  3. Ich weiß nicht, ob die Storyschreiber keine Ideen mehr haben, oder ob die achte Staffel generell einfach langweiliger gestaltet sein soll. Mir fehlen in der achten Staffel wirklich tolle Geschichten – die meiste Zeit plätschert der große Staffelplot vor sich hin und bietet kaum wirklich spannende Folge.
  4. Bitte, bitte, bitte entfernt Clara! Jede Companion hatte irgendwie etwas besondere, aber der inhaltliche Hype, der um Clara gemacht wird ist übertrieben. War die letzte Geschichte um Amy Pond am Ende schlüssig, ergibt Clara bis heute keinen echten Sinn. Wer oder was sie ist weiß niemand genau, nicht einmal sie selbst. Und genau dieses “Clara ist speziell – da kommt noch was tolles” nervt irgendwie auf Dauer, da Claras Charakter auch eher wechselhaft ist und sich daher auch gut an den etwas wechselhaften Doctor anpasst. Eine neue Companion würde dem Doktor trotzdem gut tun.
  5. Das Finale! Ich glaube in keiner der bisherigen Staffelfinale, war das Ende derart unbefriedigend und unmotiviert. Ok, diese ganze “The Master returns” Geschichte mit völlig harmlosen Cybermen, war schon ansich etwas enttäuschend, die Nicht-Liebesgeschichte mit Clara und Mr. Pink hat auch nicht so recht gezogen, aber dass beide, sowohl der Doctor, als auch Clara, sich gegenseitig anlügen und anschließend getrennte Wege gehen, hat einfach ein Gefühl von “Wie und das war’s jetzt? Ok” hinterlassen.

Versteht mich nicht falsch, die achte Staffel Doctor Who ist nicht schlecht. Sie ist nur längst nicht so gut, wie die vorherigen, sowohl auf Grundlage der Doktoren, der Plots und der Companions. Ich bin einfach insgesamt nicht so richtig begeistert, wie ich es nach den Staffeln zuvor war. Vielleicht werde ich ja noch warm mit Capaldi, aber die Messlatte für das, was man von einem Doctor Who erwartet ist seit den letzten Staffeln relativ hoch. Und die Latte hat Capaldi mit der achten Staffel gerissen.