The Road Review

Veröffentlicht: 10. Oktober 2010 in Allgemein

the road reviewThe Road erzählt die Geschichte eines Mannes und seines Sohnes in den Zeiten der Postapokalypse. Das wars. Nicht mehr, nicht weniger.

The Road ist die Kinoadaption des Endzeitromans von Cormac McCarthy. Da ich das Buch nicht gelesen habe muss ich mich auch die Filmversion beschränken. Und die überzeugt nicht wirklich.
The Road ist durchzogen von Flashbacks des Vaters (dessen Name wir natürlich nicht erfahren) an die „schöne“ Zeit, als die Mutter noch da war. Das sind auch die einzigen Szenen, die nicht grau in grau gehalten sind. Zugegeben, die Postapokalypse wird sicherlich nicht alzu fröhlich, aber 112 Minuten lang tristes in die Gegend stieren überzeugt mich dann doch nicht davon, wie schlimm die Zeit nach dem großen Knall sein soll. Denn inhaltlich bietet der Film kaum etwas. Laufen, fliehen, schlafen.
Über den Hintergrund des Atomkrieges erfährt man erwartungsgemäß gar nichts, dabei wäre das sicherlich der spannendste Teil des Films. Die Optik magzwar postapokalyptisch anwirken, kann aber doch nicht überzeugen. Ein Szenario á la Fallout oder The book of Eli hätte mir besser gefallen. Ich nehm dem Film auch nicht wirklich ab, dass außer Banditen und Kannibalen kaum jemand überlebt haben soll. Auch Viggo Mortensen konnte mich nicht überzeugen. Als paranoider, vollbärtiger Vater schlört er seinen durch die verstaubte Welt Richtung Ozean und bringt seinem Sohn einzig bei, wie man sich selbst richtet.

So zieht sich die wenige Handlung über knapp zwei Stunden hin, bis das ganze in einem ziemlich schlichten und meiner Meinung auch unsinnigen Ende einen Abschluss findet. The Road mag zwar Emotionen und Stimmungen gut herüberbringen, aber von der Postapokalypse aber ich mehr erwartet als ein langweiliges durch die Gegend latschen. Es müssen keine Mutanten oder Zombies sein, aber die nukleare Postapokalypse soll die verfluchteste, schlimmste Dystopie sein, die es gibt.

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Kommentare
  1. buchleser sagt:

    hi,
    du hättest wohl doch das buch lesen sollen. die katastrophe, die stattfindet und die welt zerstört, wird nämlich zu keiner zeit benannt (übrigens auch im film nicht) – hier von einem nuklearkrieg auszugehen, ist deshalb falsch. das ist nur eine von mehreren möglichkeiten (meteoriteneinschlag, supervulkanausbruch, you name it…). zudem spielen film und buch mehrere jahre nach der katastrophe – vermutlich gab es anfangs tatsächlich mehr überlebende.

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  2. franky sagt:

    Hab selten so ne Scheiße gehört.
    Der Film braucht keine großartige Action, es ist alleine schon schockierend vom Kanniballismus zu wissen ohne gleich heftige Splatter-Szenen zu sehen. The Road lebt halt nun mal nicht von Action-Szenen, wie es z.B bei The Book Of Eli oder I Am legend der Fall ist. Es haben auch nicht nur Banditen und Kannibalen überlebt. Im Film sieht man auch Personen die gerade von den Banditen flüchten zu versuchen. Ausserdem, wenn man wochenlang kein Essen hat, wird bei den meisten Menschen wohl die Moral über Bord geworfen, und es wird höchstwahrscheinlich auch nicht davor zurückgeschreckt andere Menschen zu essen.

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  3. traveller sagt:

    Ich empfehle auch das Buch zu lesen. Cormac McCarthy gewann den Pulitzer-Preis damit. Das Buch hat einfach noch eine Dimension mehr als der Film. Ich glaube, der Sinn der Geschichte ist es, die Beziehung des Vaters zum Sohn zu zeigen. Seine Angst davor ihn nicht beschützen zu können. Und seine Verzweiflung in dieser toten Welt in der es eigentlich keinen richtigen Grund mehr gibt für’s Überleben, ausser eben sein Sohn. Für den tut er alles und gibt sein Letztes. Ich finde den Film aber auch gut, schwierig mehr aus dem Buch zu machen, zum Glück hat der Regisseur es nicht als reisserisches Actionspektakel umgesetzt. Es wird auch realistisch gezeigt womit man rechnen müsste wenn die äusserlichen Regeln total wegfallen würden. Das Buch ist von mir aus gesehn für Interessierte ein muss und der Film sehenswert.
    P.S. Ich nehme auch an, dass es ein nuklearer Winter ist, denn es wird, in Buch und Film, von einer Lichtklinge (oder -lanze) und fernen Erschütterungen gesprochen. Ist aber für die Story nicht wichtig…. und das man die Namen der Protagonisten nicht kennt, ist zumindest im Buch ein Stilmittel.

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  4. Seb sagt:

    Der subtile Horror des Films scheint dem Autor dieser (hüstel) „Rezension“ gänzlich abzugehen.

    Selten einen Film gesehen, der so lange nachwirkt. Ich war entsetzt. Und das schaffen nicht viele Filme!

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  5. shokked sagt:

    ich muss meinen vorpostern beipflichten, dieser film ist grandios!
    mir ging es genauso wie Seb…der film hat mich tagelang beschäftigt…solch ein subtiles grauen, den ganzen film über. selbst als die beiden in dem bunker sind, erwartet man, dass im nächsten moment etwas schlimmes passiert.

    ich werde mir jetzt, nachdem ich das mit dem pulitze-preis weiß, das buch kaufen. kann nur gut sein!

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