Archiv für Juli, 2011

Nichts zu verzollen Review

Veröffentlicht: 26. Juli 2011 in Allgemein

Nichts zu verzollen FilmNichts zu verzollen ist der neue Film von Dany Boon, der zuletzt mit Willkommen bei den Sch’tis große Erfolge feierte. Nichts zu verzollen könnte genauso erfolgreich werden.

Nichts zu verzollen handelt von Mathias, einem französischen Zöllner und Ruben einem belgischen Zöllner. Ruben ist durch und durch frankophob und geradezu ein Rassist. Als dann 1993 die feste Grenze aufgelöst werden soll bricht für ihn eine Welt zusammen. Franzosen dürfen frei und ohne Kontrollen in sein Belgien einreisen. Sticheleien und gegenseitiges Heruntermachen gehören zum Tagesprogramm der Zöllner.

Nichts zu verzollen ist unglaublich witzig. Zugegeben, im französischen Original (mit belgischem Akzent) ist der Film sicherlich 100mal witziger, aber auch so strapaziert der Film die Lachmuskeln. Dabei ist nichts zu verzollen keine Slapstick-Komödie. Der Konflikt zwischen den nationalitäten ist durchaus ernst und zeitweise auch dramatisch. Trotzdem verlieren die Figuren nie ihre Glaubwürdigkeit und behalten doch ihren Charme und Witz. Im Gegensatz zu großen Hollywood-Komödien lebt Nichts zu verzollen von dem etwas kleineren Humor, wie beispielsweise dem viel zu klein geratenen Zollwagen. Die Sprüche, die Beleidigungen, oder auch die Ganze Situation machen Nichts zu verzollen so witzig und liebenswert.

Nichts zu verzollen hat mir persönlich besser gefallen als Willkommen bei den Sch’tis. Die sprachlichen Differenzen stehen bei weitem nicht so im Vordergrund wie bei gerade genanntem.

Gesamtwertung: 8 / 10 Kokstütchen

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(via)

Es war einmal ein Rittersmann

Veröffentlicht: 21. Juli 2011 in Allgemein

Es war einmal ein Rittersmann
dem wurd in seiner Rüstung klamm.

Denn Blech und Eisen klapperten laut,
und boten Schutz für des Ritters Haut.

Doch Briten fanden jetzt heraus,
dem Ritter ging die Puste schnell aus.

Denn der Rittersmann hustete und prustete scharf,
hatte er mit seiner Rüstung den doppelten Energiebedarf.

Ob stehen, ob gehen, die Rüstung war schwer,
der einz’ge Sinn war doch die Trefferabwehr.

Zurecht war d’rum der Ritter unterwegs auf dem Pferde,
und griff den Feind stets an in seiner Herde.

Denn Laufen kann der Ritter gar nicht gut,
und sehen erst recht nicht mit seinem eisernen Hut.

Drum merket euch, wenn ihr zum Kreuzzug geht,
in leichter Kleidung ihr den Feind dar nieder mäht.

 

Ein kleiner lyrischer Exkurs zu einer britischen Studie, die zeigt, dass Ritterrüstungen zwar imposant aber doch eher nutzlos und hinderlich waren.

http://lutube.leeds.ac.uk/video/78df7fc622cf692e546453bbca51f714
(Wissenschaftlicher Artikel, Video der Uni Leeds, via)

The Company Men Review

Veröffentlicht: 5. Juli 2011 in Allgemein

Bobby Walker (Ben Affleck) lebt den amerikanischen Traum. Er hat einen tollen Job, fährt einen Porsche, hat Haus, Frau und Kinder. Alles wäre perfekt, würde die Firma nicht in die Wirtschaftskrise geraten und massenhaft Leute entlassen müssen.

The Company Men erzählt die Geschichte von drei Männern, die den umgekehrten amerikanischen Traum erleben. Vom hochbezahlten Job über Arbeitslosigkeit bis zum Niedriglohnjob. Der Film ist dabei keineswegs so wie Falling Down, sondern geht viel naiver viel offener mit dem Problem der Arbeitslosigkeit um. Bobby Walker ist sich von Anfang an sicher, dass er bald wieder eine gut bezahlte Stelle hat. Erst im Laufe des Films merkt er, dass die Welt außerhalb des sicheren Arbeitsplatzes ganz anders tickt. The Company Men ist ein Drama, das meiner Meinung nach sehr schön zeigt, welche Ängste, Sorgen und Hoffnungen man als gerade Gekündigter hat. Natürlich ist der oberste Boss von GTX (der Firma in der die drei gearbeitet haben) klischeehaft skrupellos und schielt einzig auf seinen Aktienkurs. Doch schaut man sich Werksschließungen beispielsweise bei Opel oder Nokia an, wird einem erst bewußt, wie finanzgesteuert und skrupellos unmoralisch viele Firmen unterwegs sind. So passt auch das Zitat „Ich bin nicht für die Mitarbeiter verantwortlich, ich bin für die Aktionäre verantwortlich“ voll ins Bild.

Insgesamt ist The Company Men und gelungenes Drama, dass zumindest mich zum Nachdenken angeregt hat. Wo steht man beruflich mit 30, 40, 50 oder gar 60? Hat man noch Chancen, wenn man kurz vor der Rente gefeuert wird? Streckenweise war The Company Men schon etwas zäh und hat sich hingezogen, nichts desto trotz hat John Wells einen Film geschaffen, der nachdenklich macht.

Fazit: 7 / 10 Businesskasper