Archiv für die Kategorie ‘Filme / Serien’

Gestern abend war das große Staffelfinale von The Channara Chronicles, einer von MTV produzierten Fantasyserie.

Die Erde irgendwann in der Zukunft: Die Mensch ist ausgestorben bzw. irgendwie (wie genau wird natürlich nicht erklärt) durch magische und nicht-magische Fantasywesen ersetzt worden. Die 4 Lande (welche das sind wird natürlich auch nicht verraten) bestehen aus Elfen, Menschen, Trollen und Gnomen. Irgendwie. Den untereinander hassen diese sich standesgemäß. Ein mystischer Baum hält die Dämonen in ihrer Sphäre, fängt aber irgendwann an zu sterben und setzt somit nach und nach Dämonen frei. So viel zu Story.

Spoilers ahead

Shannara Chronicles basiert wohl auf einer Buchreihe, bei der man deutlich merkt, dass sich der Autor bei Tolkiens Herr der Ringe bedient hat. Im Gegensatz zu den HdR Elben sind die Shannara Elfen aber, naja sagen wir so, ein bißchen bräsig. Leibwachen lassen sich grundsätzlich überrumpeln und sterben als erstes. Sie können weder mit Pfeil und Bogen umgehen, noch besonders gut mit dem Schwert. Schaut man sich lang genug ihre Prinzessin an, weiß man aber, was sie gut können: Traurig gucken und die Stirn runzeln. Ansonsten gibt es noch die Menschen, die aber entweder als Zigeuner stehlen und entführen, als Dörfler Menschen opfern oder als Elfenjäger spitze Ohren sammeln. Und die Gnome. Die Gnome die irgendwann mal Krieg gegen die Elfen geführt haben und jetzt in den Bergen leben. Und last but not least die Trolle, die vermutlich nur zu groß geratene Menschen mit Lumpen und Gasmasken sind. Mehr sieht man von ihnen nicht.

The Shannara Chronicles ist insgesamt nett gemacht, versucht sich aber als Herr der Ringe Adaption – zumindest optisch. Die Schauspieler sind allerdings gruselig, die Dialoge eher auf Kinderbuchniveau. Die gesamte Elfenarmee besteht gefühlt aus 100 Mann, die gegen 200.000 Dämonen kämpfen und dabei wie in der gesamten Serie schneller sterben, als Ohren spitz werden. Zum Ende hin bleiben so viel Fragen offen und fallen Unlogiken auf: Was ist mit der Welt passiert? Was hat es mit dem Ganzen Vermächtnisquatsch auf sich. Wieso musste die Prinzessin zu einer alten Autobahnkirche, um zu erfahren, dass sie irgendwie selbst zum Baum werden muss. Und wieso wurde diese von zwei fliegenden Hexen bewacht? Eigentlich war sie doch die richtige für die Baumnachfolge. Und wieso zur Hölle (sic!) geht der Dag-Damor allein in den Palast und verschließt die Tür sich? Ich mein, ja er ist mächtig, aber allein gegen drei Hauptcharaktere + Wachen?

Die letzte Folge der ersten Staffel hat mir persönlich überhaupt nicht gefallen – die ganze Staffel wirkte so willkürlich und das Ende so erzwungen. Man hätte so viel daraus machen können, stattdessen wurde es möglichst hastig auf die wichtigsten Storyelemente zusammengekürzt. Fast so, als hätte MTV Angst, dass es nicht zur zweiten Staffel kommen wird. So war Shannara Chronicles insgesamt ein Zusammenschnitt aus Fantasy Klischees, schwachen, teilweise nervigen, Charakteren und einer etwas kruden Story, die zwar endet, aber irgendwie auch gerne einen Cliffhanger machen möchte – das aber semi-interessant.

Der allerschlimmste Bruch ist allerdings in der letzten Folge, als Will und die Prinzessin sich sputen müssen, um rechtzeitig wieder beim Baum zu sein. Statt epischer Orchestralmusik wird hier Run Boy Run eingespielt. Und puff war sämtliche Fantasy-Stimmung dahin. (Das Video findet ihr unten). Das Rennen hat allerdings nichts genützt, die Dämonen waren schneller und „belagerten“ die Elfenfestung. Was tut man in einer solch ausweglosen Situation, umgeben von Dämonen? Na klar – eine dunkle Höhle suchen und erst mal eine Runde sexy time!

Wenn es zu einer zweiten Staffel kommen sollte, bin ich nicht übermäßig erpicht darauf, diese zu sehen. Die erste Staffel kann man gucken, muss aber nicht. Optik ganz ok, Story so lala, Charaktere ohne Highlights bis mittelprächtig desaströs.

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Deadpool – ganz großes Kino

Veröffentlicht: 11. Februar 2016 in Filme / Serien

Der neueste Marvel Streifen Deadpool bietet alles, was das zynische Superheldenherz begehrt: Action, Lovestory, Humor und Superhelden.

Die Story von Deadpool ist schnell erzählt: Wade Wilson hat Krebs. Krebs im Endstadium. Er vertraut sich einer zwielichtigen Organisation an, die ihm Heilung verspricht. Doch die Heilung geht einher mit der Verunstaltung seines Körpers. Für den Zyniker Wade Wilson kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, denn mit den neuen Superkräften kann er sich nach und nach an den Big Boss der Organisation herankämpfen.
Deadpool ist ein relativ kurzes (108 Minutes) aber sehr unterhaltsames Vergnügen. Genau wie in den Comics bewegt sich Deadpool immer auf einer Metaebene – er weiß, dass er Zuschauer hat und unterhält sich mit diesen. Zusätzlich nimmt er immer wieder Anleihen an unsere echte Welt, was bei mir zu vielen Lachern geführt hat. Überhaupt habe ich schon lange nicht mehr so viel gelacht in einem Film. Zugegeben ein großes Maß an schwarzem bzw. zynischem Humor ist Voraussetzung, um in Deadpool seinen Spaß zu haben, aber genau dieses „sich nicht ernst nehmen“ ist das, was ich an Deadpool besonders geliebt habe. Der Film hat zwar auch ernste Momente, funktioniert aber als zynische Comicadaption hervorragend.
Meiner Meinung nach hat Ryan Reynolds auch seine „Schande“ von Green Lantern wieder wett gemacht. Die meiste Zeit sieht man ihn zwar nur mit Maske, er schafft es aber Deadpool genau so darzustellen, wie ich ihn aus den Comics kenne: Witzig, gewalttätig und jederzeit ein ernst zu nehmender Gegner.

Insgesamt kann ich Deadpool nur empfehlen. Die vielen Anspielungen auf unser reales Leben, andere Marvel Filme und auch Superhelden Klischees machen Deadpool zu einem Unterhaltungsgaranten, der in keiner Superhelden-Sammlung fehlen darf.

Wertung: 9/10 Chimichangas

Bonus:
Der Sidekicks des Schurken Angel Dust kam mir den ganzen Film über fürchterlich bekannt vor. Ein kurzer Blick in die imdb und mir ging eine (sowjetische) Lampe auf: Natascha!

Angel-Dust-Natasha-Red-Alert

Fear The Walking Dead

Veröffentlicht: 26. August 2015 in Filme / Serien
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Fear the walking deadAmazon hat vor kurzem eine neue Serie an den Start gebracht: Fear The Walking Dead. Quasi das Prequel zu The Walking Dead, mit komplett eigenen Charakteren und völlig losgelöst vom Original. Aber kann die Serie was? Bislang gibt es lediglich einen Piloten…

Der Pilot macht schon mal Lust auf mehr. In einer Zeit, als die Zombokalypse noch kein Thema ist, herrschen die normalen Familienprobleme vor: Eltern sind geschieden, Sohn hat Drogenprobleme, neuer Stiefvater wird nicht akzeptiert. Ganz sanft und harmlos wird deutlich, was der Menschheit bevorsteht: Zombies! Natürlich wird bei Fear The Walking Dead nicht erklärt, woher der Zombievirus überhaupt stammt, fest steht nur, dass nach und nach immer mehr Tote ein Problem damit haben, tot zu bleiben.

Optisch und inhaltlich knüpft Fear The Walking Dead deutlich an The Walking Dead an: Die Charaktere stehen im Vordergrund, die Zombies sind nur spannungshaltende Elemente. Zugegeben, in der Pilotfolge gab es noch nicht allzu viele Zombies, es zeichnet sich aber ab, dass es deutlich stärker um die Familie geht, als um eine globale Zombiestrategie á la World War Z (der Film!).

Insgesamt hat mir FTWD sehr gut gefallen und Lust auf mehr gemacht. Man weiß ja, wie es enden wird, aber gerade dieser sehr sanfte Einstieg in die Zombokalypse baut unheimlich viel Spannung auf. Nichts desto trotz sollte FTWD in Zukunft mehr Gas geben. Ich hoffe nicht, dass aus der Serie ein Familiendrama mit Zombieelementen wird, sondern eine Zombieserie mit Familienelementen.

The Avengers are back! Nach ziemlich genau drei Jahren der partiellen Leinwandabstinenz sind die Avengers wieder am Start. Avengers 2 – Age of Ultron ist zwar die Fortsetzung des ersten Avengers-Film, setzt aber handlungstechnisch an sämtliche Marvel Filme an. Wer den letzten Captain America Film nicht gesehen hat, wird erstmal ganz schön ratlos dastehen, was aus Fury und S.H.I.E.L.D. geworden ist. Ebenso sollte man sich Agents of S.H.I.E.L.D. angesehen haben, um wirklich zu verstehen, wo da aktuelle Problem liegt, denn die Avengers allein sind zwar mächtig, mit der Auflösung von S.H.I.E.L.D. stehen sie aber bei Bedrohungen alleine da. Daher hat Tony Stark nicht vollkommen zu Unrecht die Idee (wobei Ultron eigentlich von Hank Pym konzipiert wurde) eine Super-Androiden hat, der die Erde beschützen kann. Zusammen mit dem Infinity Stein aus Lokis Zepter entsteht jedoch eine Künstliche Intelligenz, die den einzig logischen geht: Um die Menschheit zu retten, muss sie vernichtet werden. So viel zur eigentlichen Story des Films.
Age of Ultron ist 2,5 Stunde pure Unterhaltung. Es gibt coole Sprüche, markige Actionszenen, nachdenkliche Superhelden und sogar eine Lovestory! Zusätzlich werden neue Superhelden eingeführt: Scarlett Witch und Quicksilver, die beide als Experiment von Hydra vorgestellt werden. Die Darsteller liefern wie gewohnt eine sehr gute Leistung ab. Sowohl Iron Man, als auch Captain America, Hulk, Thor, Hawkeye und Black Widow hadern mit ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Nichts desto trotz wird Age of Ultron nicht zum Drama – die Actionszenen sind zu prominent, um wirklich Platz für allzu Tiefgang lassen. Das ist aber keineswegs schlecht – zu viel Spaß machen die Kämpfe zwischendurch, die immer wieder gepickt sind mit lustigen Sprüchen. Zudem haben die Kampfszenen eine gewisse Ruhe – ja es geht hektisch zu, aber durch eine recht ruhige Kamera behält man in der Regel gut den Überblick.
Insofern ist Age of Ultron ein sehr guter Unterhaltungsfilm, der sich perfekt in die Marvel Storyline einfügt. Die Infinity-Steine werden uns auch in zukünftigen Marvel-Filmen eine Menge Spaß und Spannung bereiten.

Fazit: 9/10 Mjölnirs

Filmrezension: Herz aus Stahl

Veröffentlicht: 29. Januar 2015 in Filme / Serien

Herz aus Stahl, oder Fury im Original, erzählt die Geschichte einer amerikanischen Sherman Panzerbesatzung in den Endtagen des Zweiten Weltkriegs (bzw. der Eroberung Westdeutschlands).
Zu der sehr erfahrenen und verrohten Mannschaft stößt ein Neuling, der eigentlich Schreiber werden sollte, künftig aber als Bugschütze des Panzers fungieren soll. Den Kommandanten mimt Brad Pitt, der mit seiner Darstellung aber immer zwischen Sympathie und Antipathie rangiert.

Genauso macht es auch der Film, mal fungiert er als Antikriegsfilm und zeigt wie unmoralisch und kaltblütig das Gemetzel auf beiden Seiten war, mal versucht er sich aber auch als Hurra Amerika Film, wenn wie immer üblich, eine Handvoll amerikanischer Helden mit ihrem defekten Tank ein ganzes Battalion (300 Mann!) kampferprobter SS-Soldaten zerlegt. Und genau dieser Spagat will nicht so recht gelingen, denn die Crew einerseits absolut zu entmenschlichen (z.B. die Erschießung eines ums Leben bettelnden Kriegsgefangenen), andererseits aber auch wieder so zu heroisieren, dass man denkt, Uncle Sam persönlich müsste diese Straßenkreuzung halten. Irgendwie schwankt man bei einem Großteil der Besatzung immer zwischen Bewunderung, Verachtung und Mitleid. Das Ganze lässt im Film gemischte Gefühle aufkommen – war Fury jetzt ein Antikriegsfilm? Ein Kriegsfilm? Oder irgendwas dazwischen?

Als Deutscher ist man ja (zurecht!) daran gewöhnt, in Kriegsfilmen zu verlieren. Man kann dies allerdings auf charmante Art und Weise machen (so z.B. sehr toll in Band of Brothers gesehen) oder man lässt zuhauf deutsche Soldaten rund um einen komplett unbeweglichen Panzer sterben. Versteht mich nicht falsch, ich möchte gar nicht, dass deutsche Soldaten Kriegsfilme gewinnen! Ich würde mir nur wünschen, dass bei einem Film, der sehr viel Wert aus Realismus legt, diese typische schwarz-weiß Malerei zugunsten einer etwas realistischeren Darstellung aufgegeben wird. Mit diesen Film-Stereotypen werden wir wohl bis zum Sankt-Nimmerleinstag leben müssen: hinterhältige Chinesen, fiese Russen, Drogen vertickende Südamerikaner, dicke faule lustige Mexikaner und eben Stormtrooper-Nazis.

Im Endeffekt hätte man sich im Vorfeld mehr Gedanken machen müssen, ob Fury ein Actionfilm werden soll, denn dann hätte man sich die ganze „Liebesgeschichte“ sparen können oder ob Fury ein Antikriegsfilm werden soll, dann hätte man das Kaninchen-Schießen Finale auf der Kreuzung anders gestalten müssen. So bleibt Fury ein Zwischending zwischen o.g. Richtungen und unterhält zwar, begeistert aber nicht so richtig dolle.

Fazit: 6/10

Doctor Who Staffel 8 – ein Fazit

Veröffentlicht: 2. Dezember 2014 in Filme / Serien
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Doctor Who Staffel 8

Zwar ist das Weihnachtshighlight der diesjährigen achten Doctor Who Staffel noch nicht gelaufen, nach 12 Folgen maße ich mir dennoch an, ein Urteil über den neuen Doctor machen zu können.

Vorweg: Capaldi wird nicht mein Lieblingsdoctor und die achte Staffel überzeugt mich auch nicht wirklich. Das hat mehrere Gründe:

  1. konnten die vorherigen Doktoren noch einen gewissen Charme, Witz oder Eigendynamik aufweisen, habe ich beim 12. Doctor immer das Gefühl, dass ihn das alles nicht so recht interessiert.
  2. Capaldi zwar zwar älter, was ich durchaus gut und richtig finde, er kann mich aber irgendwie nicht mitreißen. Hatte David Tennant noch eine hohe emotionale Tiefe, Matt Smith einen Witz und einen Schwung, hat Capaldi irgendwie gar nichts. Also er ist nicht schlecht, er wirkt nur einfach fürchterlich gelangweilt und desinteressiert, das mag aber auch am Plott, dem nächsten Punkt liegen
  3. Ich weiß nicht, ob die Storyschreiber keine Ideen mehr haben, oder ob die achte Staffel generell einfach langweiliger gestaltet sein soll. Mir fehlen in der achten Staffel wirklich tolle Geschichten – die meiste Zeit plätschert der große Staffelplot vor sich hin und bietet kaum wirklich spannende Folge.
  4. Bitte, bitte, bitte entfernt Clara! Jede Companion hatte irgendwie etwas besondere, aber der inhaltliche Hype, der um Clara gemacht wird ist übertrieben. War die letzte Geschichte um Amy Pond am Ende schlüssig, ergibt Clara bis heute keinen echten Sinn. Wer oder was sie ist weiß niemand genau, nicht einmal sie selbst. Und genau dieses „Clara ist speziell – da kommt noch was tolles“ nervt irgendwie auf Dauer, da Claras Charakter auch eher wechselhaft ist und sich daher auch gut an den etwas wechselhaften Doctor anpasst. Eine neue Companion würde dem Doktor trotzdem gut tun.
  5. Das Finale! Ich glaube in keiner der bisherigen Staffelfinale, war das Ende derart unbefriedigend und unmotiviert. Ok, diese ganze „The Master returns“ Geschichte mit völlig harmlosen Cybermen, war schon ansich etwas enttäuschend, die Nicht-Liebesgeschichte mit Clara und Mr. Pink hat auch nicht so recht gezogen, aber dass beide, sowohl der Doctor, als auch Clara, sich gegenseitig anlügen und anschließend getrennte Wege gehen, hat einfach ein Gefühl von „Wie und das war’s jetzt? Ok“ hinterlassen.

Versteht mich nicht falsch, die achte Staffel Doctor Who ist nicht schlecht. Sie ist nur längst nicht so gut, wie die vorherigen, sowohl auf Grundlage der Doktoren, der Plots und der Companions. Ich bin einfach insgesamt nicht so richtig begeistert, wie ich es nach den Staffeln zuvor war. Vielleicht werde ich ja noch warm mit Capaldi, aber die Messlatte für das, was man von einem Doctor Who erwartet ist seit den letzten Staffeln relativ hoch. Und die Latte hat Capaldi mit der achten Staffel gerissen.