Gestern abend war das große Staffelfinale von The Channara Chronicles, einer von MTV produzierten Fantasyserie.

Die Erde irgendwann in der Zukunft: Die Mensch ist ausgestorben bzw. irgendwie (wie genau wird natürlich nicht erklärt) durch magische und nicht-magische Fantasywesen ersetzt worden. Die 4 Lande (welche das sind wird natürlich auch nicht verraten) bestehen aus Elfen, Menschen, Trollen und Gnomen. Irgendwie. Den untereinander hassen diese sich standesgemäß. Ein mystischer Baum hält die Dämonen in ihrer Sphäre, fängt aber irgendwann an zu sterben und setzt somit nach und nach Dämonen frei. So viel zu Story.

Spoilers ahead

Shannara Chronicles basiert wohl auf einer Buchreihe, bei der man deutlich merkt, dass sich der Autor bei Tolkiens Herr der Ringe bedient hat. Im Gegensatz zu den HdR Elben sind die Shannara Elfen aber, naja sagen wir so, ein bißchen bräsig. Leibwachen lassen sich grundsätzlich überrumpeln und sterben als erstes. Sie können weder mit Pfeil und Bogen umgehen, noch besonders gut mit dem Schwert. Schaut man sich lang genug ihre Prinzessin an, weiß man aber, was sie gut können: Traurig gucken und die Stirn runzeln. Ansonsten gibt es noch die Menschen, die aber entweder als Zigeuner stehlen und entführen, als Dörfler Menschen opfern oder als Elfenjäger spitze Ohren sammeln. Und die Gnome. Die Gnome die irgendwann mal Krieg gegen die Elfen geführt haben und jetzt in den Bergen leben. Und last but not least die Trolle, die vermutlich nur zu groß geratene Menschen mit Lumpen und Gasmasken sind. Mehr sieht man von ihnen nicht.

The Shannara Chronicles ist insgesamt nett gemacht, versucht sich aber als Herr der Ringe Adaption – zumindest optisch. Die Schauspieler sind allerdings gruselig, die Dialoge eher auf Kinderbuchniveau. Die gesamte Elfenarmee besteht gefühlt aus 100 Mann, die gegen 200.000 Dämonen kämpfen und dabei wie in der gesamten Serie schneller sterben, als Ohren spitz werden. Zum Ende hin bleiben so viel Fragen offen und fallen Unlogiken auf: Was ist mit der Welt passiert? Was hat es mit dem Ganzen Vermächtnisquatsch auf sich. Wieso musste die Prinzessin zu einer alten Autobahnkirche, um zu erfahren, dass sie irgendwie selbst zum Baum werden muss. Und wieso wurde diese von zwei fliegenden Hexen bewacht? Eigentlich war sie doch die richtige für die Baumnachfolge. Und wieso zur Hölle (sic!) geht der Dag-Damor allein in den Palast und verschließt die Tür sich? Ich mein, ja er ist mächtig, aber allein gegen drei Hauptcharaktere + Wachen?

Die letzte Folge der ersten Staffel hat mir persönlich überhaupt nicht gefallen – die ganze Staffel wirkte so willkürlich und das Ende so erzwungen. Man hätte so viel daraus machen können, stattdessen wurde es möglichst hastig auf die wichtigsten Storyelemente zusammengekürzt. Fast so, als hätte MTV Angst, dass es nicht zur zweiten Staffel kommen wird. So war Shannara Chronicles insgesamt ein Zusammenschnitt aus Fantasy Klischees, schwachen, teilweise nervigen, Charakteren und einer etwas kruden Story, die zwar endet, aber irgendwie auch gerne einen Cliffhanger machen möchte – das aber semi-interessant.

Der allerschlimmste Bruch ist allerdings in der letzten Folge, als Will und die Prinzessin sich sputen müssen, um rechtzeitig wieder beim Baum zu sein. Statt epischer Orchestralmusik wird hier Run Boy Run eingespielt. Und puff war sämtliche Fantasy-Stimmung dahin. (Das Video findet ihr unten). Das Rennen hat allerdings nichts genützt, die Dämonen waren schneller und „belagerten“ die Elfenfestung. Was tut man in einer solch ausweglosen Situation, umgeben von Dämonen? Na klar – eine dunkle Höhle suchen und erst mal eine Runde sexy time!

Wenn es zu einer zweiten Staffel kommen sollte, bin ich nicht übermäßig erpicht darauf, diese zu sehen. Die erste Staffel kann man gucken, muss aber nicht. Optik ganz ok, Story so lala, Charaktere ohne Highlights bis mittelprächtig desaströs.

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Real-Life Ego-Shooter via Chatroulette

Veröffentlicht: 26. Februar 2016 in Allgemein

Das ist wohl so ziemlich das abgefahrendste, was ich (fast) je gesehen habe. Stell dir vor, du würdest noch Chatroulette benutzen. Die älteren von euch erinnern sich vielleicht noch. Anonymes Videochatten mit Fremden. Viele Penisse… Egal ich schweife ab. Stellt euch vor, ihr chattet via chatroulette und plötzlich ist euer Gegenüber eine Ego-Shooter Figur und ihr steuert ihn via Sprache. Klingt erstmal ziemlich komisch, ist aber, weil es so verdammt gut gemacht ist, einfach M-E-G-A. Level 1 des Chatroulette Shooters startet in einer Kapelle und die Zombies warten schon draußen. Mehr soll an dieser Stelle zur Story nicht erzählt werden, die Reaktionen der Chat-Spieler sind aber zum Teil sehr witzig. Im Making-Of Video kann man sich dann anschauen, dass das tatsächlich alles live so für die Spieler geschaffen wurde, sämtliche Sounds, Animationen und Reaktionen sind live so „on air“ gegangen.

Wem der erste Teil gefallen hat, sollte sich auch unbedingt Teil 2 ansehen – Dead Space lässt grüßen!

Teil 3 ist auch bereits angekündigt!

Teil 1:

Teil 2:

Deadpool – ganz großes Kino

Veröffentlicht: 11. Februar 2016 in Filme / Serien

Der neueste Marvel Streifen Deadpool bietet alles, was das zynische Superheldenherz begehrt: Action, Lovestory, Humor und Superhelden.

Die Story von Deadpool ist schnell erzählt: Wade Wilson hat Krebs. Krebs im Endstadium. Er vertraut sich einer zwielichtigen Organisation an, die ihm Heilung verspricht. Doch die Heilung geht einher mit der Verunstaltung seines Körpers. Für den Zyniker Wade Wilson kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, denn mit den neuen Superkräften kann er sich nach und nach an den Big Boss der Organisation herankämpfen.
Deadpool ist ein relativ kurzes (108 Minutes) aber sehr unterhaltsames Vergnügen. Genau wie in den Comics bewegt sich Deadpool immer auf einer Metaebene – er weiß, dass er Zuschauer hat und unterhält sich mit diesen. Zusätzlich nimmt er immer wieder Anleihen an unsere echte Welt, was bei mir zu vielen Lachern geführt hat. Überhaupt habe ich schon lange nicht mehr so viel gelacht in einem Film. Zugegeben ein großes Maß an schwarzem bzw. zynischem Humor ist Voraussetzung, um in Deadpool seinen Spaß zu haben, aber genau dieses „sich nicht ernst nehmen“ ist das, was ich an Deadpool besonders geliebt habe. Der Film hat zwar auch ernste Momente, funktioniert aber als zynische Comicadaption hervorragend.
Meiner Meinung nach hat Ryan Reynolds auch seine „Schande“ von Green Lantern wieder wett gemacht. Die meiste Zeit sieht man ihn zwar nur mit Maske, er schafft es aber Deadpool genau so darzustellen, wie ich ihn aus den Comics kenne: Witzig, gewalttätig und jederzeit ein ernst zu nehmender Gegner.

Insgesamt kann ich Deadpool nur empfehlen. Die vielen Anspielungen auf unser reales Leben, andere Marvel Filme und auch Superhelden Klischees machen Deadpool zu einem Unterhaltungsgaranten, der in keiner Superhelden-Sammlung fehlen darf.

Wertung: 9/10 Chimichangas

Bonus:
Der Sidekicks des Schurken Angel Dust kam mir den ganzen Film über fürchterlich bekannt vor. Ein kurzer Blick in die imdb und mir ging eine (sowjetische) Lampe auf: Natascha!

Angel-Dust-Natasha-Red-Alert

Fallout 4 – I’m shipping up to Boston!

Veröffentlicht: 28. Januar 2016 in Games

War, war never changes.
Auch nicht, wenn wir in Fallout 4 nach Boston ziehen und Raidern, Mutanten, Ghouls und anderem Gekröse die Hölle heiß machen. Und das machen wir bei Fallout 4 zur Genüge.
Lang erwartet und heiß ersehnt veröffentlichte Bethesda im November den 4. Teil der Fallout Serie. Genau genommen ist es der zwar der 5. (New Vegas ist definitiv ein eigener Teil), die Nomenklatur kann dem geneigten Spieler aber reichlich egal sein.
Story:
Die Story ist Fallout typisch eigentlich nur Nebensache: Der/die Held/in flüchtet mit Familie in eine Vault, wird tiefgefroren, wird aber manuell aufgetaut, um den Sohn zu entführen und den Ehepartner zu killen. Im Prinzip ist Fallout 4 daher ein reiner Rachefeldzug bzw. Rettungsmission für den Sohn.

Just one more sidequest…

Die Hauptstory ist zwar lang, bietet dabei relativ wenig Tiefgang, deutlich interessanter und spannender sind die Nebenquests, Entdeckungen und die Charaktere.
Nachdem ich von Witcher III etwas enttäuscht war (tolle Story, mäßiges Gameplay), hat mich Fallout 4 wieder ganz in seinen Bann gezogen. Ich hoffte im Vorfeld auf ein postnukleares Skyrim und was soll ich sagen? BINGO! Völlige Freiheit, individueller Kampfstil, etwas vereinfachtes Skillen und grandiose Dialoge und Entdeckungen. Genau das habe ich nach Fallout 3 und New Vegas erwartet. Das Ganze hat dann auch dazu geführt, dass ich, bevor ich mit der Hauptquest weitermache, zunächst möglichst viel erkunden möchte. Das fängt bei Städten an (die zugegebenermaßen diesmal recht klein und langweilig ausfallen), steigert sich über vier Fraktionen (Minuteman, Brotherhood, Railroad & Institut) bis hin zu einer vielzahl an Orten, die einfach Spaß machen zu erkunden.
Im Gegensatz zum Witcher habe ich in Boston und dem Commonwealth wirklich Lust, alles zu erkunden. Dabei geht es gar nicht so sehr um Loot oder Schätze, es sind die kleinen Geschichten hinter den Orten, die man entdeckt. Ob das jetzt ein alter verfluchter Steinbruch, eine aufgegebene Stadt, ein Schrottplatz oder eine Evakuierungsstation ist, die Zahl der Orte, die sich erkunden lassen wirkt endlos und spornt mich nach jedem „abgehaktem“ Örtchen dazu an, weitere zu suchen und zu erkunden. Ganz in Fallout Manier funktioniert das Kampfsystem: Entweder actionlastiges Geballer oder VATS in Zeitlupe, beides hat seinen Charme und ergänzt sich meiner Meinung nach wunderbar. Für Standard-Raider zücke ich die Pistole und schieße aus der Ferne, gegen Todeskrallen muss das VATS herhalten. Etwas unglücklich hingegen ist das Inventar geraten – sammelt man relevante Dinge ein, muss man diese erst umständlich suchen. Es wird zwar nach Waffen, Rüstungen, Hilfsmitteln, Schrott und Diversem sortiert, innerhalb dieser Reiter ist die Sortierung aber reichlich unübersichtlich. Hinzu kommt, dass die Waffen und Rüstungen gepimpt werden können, was ihren Namen und die Anzeige extrem einengt. Gerade beim Handeln weiß man daher nicht immer, welche Waffe oder Rüstung all diese Attribute hat.
Crafting ist ein eigenes Thema für sich. Ich persönlich bin kein Fan und crafte nicht, man kann aber so ziemlich alles modden und verändern, was man möchte. Sehr gut hingegen finde ich, dass sich Waffen und Rüstungen nicht mehr abnutzen, das hat in den Vorgängern wirklich genervt.
Das einzige was mir wirklich fehlt sind richtig schöne Städte. Die einzigen Städte im Commonwealth sind Diamond City und Goodneighbour. Alles andere sind entwerder Siedlungen oder selbst gegründete Städte. Crafting lässt grüßen. In Zeit von Minecraft und Co. sicherlich ein kluger Schritt, ich persönlich habe aber wenig Lust an Häuschen bauen, Möbel bauen und Verteidgungen aufbauen, dafür finde ich den Rest des Spiels einfach zu spannend.

Als Fazit kann man bei Fallout 4 nur festhalten – wer die Vorgänger mochte, wird Fallout 4 auch mögen. Selbiges gilt übrigens auch für Skyrim. Kleinere Wehrmutstropfen wie die Actionlastigkeit oder die sich doch öfters wiederholenden Quests sind unschön, mir persönlich aber von Skyrim dermaßen bekannt, dass ich trotzdem über alle Maßen zufrieden bin. Fallout 4 ist für mich persönlich das beste Game des vergangenen Jahres!

Am vergangenen Freitag fand, wie in den letzten Jahren, der SEO Day statt, welcher von Fabian Rossbacher organisiert und veranstaltet wird. Obwohl ich seit vielen Jahren SEO Konferenzen besuche, war dieser SEO Day für mich eine Premiere. Nicht nur, dass ich tatsächlich zum ersten Mal im Rheinenergie-Stadion den SEO Day besucht habe, ich hatte auch zum ersten Mal die Möglichkeit, als Speaker aufzutreten. Ich habe dabei über typische Fallstricke und Fehler von Inhouse-SEOs gesprochen, die mir in meiner langjährigen Inhouse-SEO-Erfahrung immer wieder unterkommen und die mir Inhouse-Kollegen berichten. Doch von Anfang an…

Im Vorfeld des SEO Day wollten wir (das SEO Team von RTL) schon in den vergangenen Jahren ein SEO-Inhouse-Event organisieren, was wir jedoch immer aufgrund von Zeitmangel knicken mussten. Dieses Jahr haben wir uns tatkräftige Unterstützung besorgt und konnten so am Vorabend des SEO Day ein schickes Event auf die Beine stellen, welches sich perfekt zum Netzwerken und Kennenlernen von anderen inhousern anbot. Mit rund 60 Inhouse-SEOs konnte man neben jeder Menge Fach-Schnack auch die ein oder anderen Bekanntschaften schließen.

Der SEO-Day am folgenden Tag war meiner Meinung nach ein voller Erfolg. Es gab ein Beginner-Track, zwei Fortgeschrittene-Tracks und einen Coder-Track. Auch wenn Fabian im Vorfeld angekündigt hatte, dass der Coder-Track wirklich nur etwas für Coder sei, hatte mich mein Mut gepackt und mich in einen Vortrag getrieben. Dass ich seit der Uni nicht mehr programmiert habe, habe ich in Jens Altmanns Vortrag seeehr schnell gemerkt – der Coder-Track war tatsächlich nur etwas für Coder 🙂

Ansonsten gab es noch sehr spannende Vorträge von Jens Fauldrath, der über SEO Monitoring sprach, Johannes Beus‘ Vortrag über aktuelle CTR-Zahlen in den Serps und Christian Tembrinks Vortrag über Symbole in der Meta-Description.

Insgesamt war der SEO Day super organisiert, das Essen war lecker und dank diverser Ausgabestellen auch keine sonst üblichen Essensschlangen. Preislich einfach unschlagbar (250€ als Early Bird) und inhaltlich auch viele gute Vorträge – den SEO Day kann ich jedem Einsteiger und Fortgeschrittenen nur wärmstens empfehlen.

Fear The Walking Dead

Veröffentlicht: 26. August 2015 in Filme / Serien
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Fear the walking deadAmazon hat vor kurzem eine neue Serie an den Start gebracht: Fear The Walking Dead. Quasi das Prequel zu The Walking Dead, mit komplett eigenen Charakteren und völlig losgelöst vom Original. Aber kann die Serie was? Bislang gibt es lediglich einen Piloten…

Der Pilot macht schon mal Lust auf mehr. In einer Zeit, als die Zombokalypse noch kein Thema ist, herrschen die normalen Familienprobleme vor: Eltern sind geschieden, Sohn hat Drogenprobleme, neuer Stiefvater wird nicht akzeptiert. Ganz sanft und harmlos wird deutlich, was der Menschheit bevorsteht: Zombies! Natürlich wird bei Fear The Walking Dead nicht erklärt, woher der Zombievirus überhaupt stammt, fest steht nur, dass nach und nach immer mehr Tote ein Problem damit haben, tot zu bleiben.

Optisch und inhaltlich knüpft Fear The Walking Dead deutlich an The Walking Dead an: Die Charaktere stehen im Vordergrund, die Zombies sind nur spannungshaltende Elemente. Zugegeben, in der Pilotfolge gab es noch nicht allzu viele Zombies, es zeichnet sich aber ab, dass es deutlich stärker um die Familie geht, als um eine globale Zombiestrategie á la World War Z (der Film!).

Insgesamt hat mir FTWD sehr gut gefallen und Lust auf mehr gemacht. Man weiß ja, wie es enden wird, aber gerade dieser sehr sanfte Einstieg in die Zombokalypse baut unheimlich viel Spannung auf. Nichts desto trotz sollte FTWD in Zukunft mehr Gas geben. Ich hoffe nicht, dass aus der Serie ein Familiendrama mit Zombieelementen wird, sondern eine Zombieserie mit Familienelementen.

The Witcher 3 – Ein Hexer auf der Suche

Veröffentlicht: 18. Juni 2015 in Games

Viel ist über Witcher 3 schon geschrieben und rezensiert worden. Für viele Gamer und Magazine ist es das beste (Rollen)spiel aller Zeiten. Zeit, dass mal jemand eine Gegenposition bezieht.

Ich habe Witcher 3 endlich durchgespielt. Nach gut 50 Stunden, inklusiver diverser Nebenquests, Hexeraufträge und Schatzsuchen, konnte ich die Geschichte endlich abschließen und ich muss zugeben, The Witcher 3 ist gut. Aber längst nicht so gut, wie alle behaupten.Fangen wir doch bei den Dingen an, die mir gut gefallen haben:

Die Grafik ist wirklich der Hammer, von beeindruckender Landschaft, grandiosen Monster bis hin zu lebensecht wirkenden Charakteren, beim Witcher stimmt grafisch wirklich alles. Zudem gibt es diverse verschiedene Wetterzustände, die meist aber nur die Sicht beschränken.

Die Quests sind wirklich toll gemacht und bieten jedes Mal eine spannende Geschichte zur Quest. Musste man bei Skyrim beispielsweise diverse Gegenstände beschaffen („bring XY zu XY“) oder Banditen ausrotten, wird beim Witcher jedes mal eine spannende Geschichte erzählt. Die Anzahl der Quests ist allerdings etwas eingeschränkt. Hatte ich bei Skyrim noch das Problem vor lauter Quests kaum in der Hauptstory weiter zu kommen, gibt es beim Witcher neben der Hauptstory pro Stadt gut ein Dutzend Nebenquests und pro Region eine Handvoll Hexeraufträge. Die Pferderennen und Boxkämpfe sind nett, mehr aber auch nicht.

Richtig nervig ist allerdings, dass die Nebenquests gefühlt viel zu wenig Erfahrungspunkte bringen – doch beginnen wir mit allem, was mit genervt hat. Im Gegensatz zu Skyrim leveln die Gegner nicht mit, sondern haben einen fixen Schwierigkeitslevel. Das heißt, falls man in die falsche Region vorstößt oder irgendwo auf Gegner trifft, die ein viel zu hohes Level haben, fällt das unter Pech gehabt. Denn die starken XP-Schübe gibt es leider nur in der Hauptgeschichte. Gegen zu hochstufige Gegner hat man eigentlich auch keine Schnitte, zumal ein hinterhältiger Kampf mit Pfeil und Bogen a la Skyrim nicht möglich ist.

Der Kampf nervt leider auf Dauer. Gerald verfügt über 5 Spezialkräfte, die jedoch dank relativ nutzlosem Skilltree recht nutzlos bleiben. Ja, ein Schild ist nützlich, genau wie ein kleiner Feuerstoß, im Großen und Ganzen muss der Schaden aber durch die Waffen erfolgen, nicht durch Hexerei oder Armbrust.

Der Skilltree ist wie gesagt nett, aber nutzlos. Im Bereich Alchemie habe ich nicht einen Punkt verwendet, die magischen Kräfte werden nur minimal stärker und im Kampfsystem merkt man leider auch nicht so wirklich viel vom Skillen. Hier hätte mir ein Skyrimsystem, bei dem die verschiedenen Spielarten deutlich ausgeprägter sind, besser gefallen, schleiche ich viel, bringt das Skillen dort auch viel, kämpfe ich ein- oder zweihändig oder doch als Sniper? All das spielt mit Gerald keine Rolle – knüppeln, knüppeln, ausweichen, so läuft in der Regel jeder Kampf, egal ob Wolf oder Bossfight.

Die Open World ist zwar open, hat mich aber wenig gereizt, wirklich auf Erkundungstour zu gehen. Hatte ich bei Skyrim oder Fallout wirklich das Bedürfnis jeden noch so kleinen Winkel der Karte abzusuchen, ob es da nicht doch eine coole Quest oder irgendwas gäbe, passiert kartentechnisch beim Witcher nicht viel. Es gibt zwar Schätze, Händler und markante Punkte, die quer über die Karte verteilt sind, der Großteil der Karte ist aber leer – Wege, Hirsche, Bäume und Sträucher. Eine zufällige Quest findet man nur sehr selten und die sporadisch erscheinenden Gegner erzeugen bei mir auch nicht den Wunsch anzuhalten. Außer ein paar alchemischen Sachen oder Waffen haben Gegner einfach nichts spannendes bei sich.

Das führt mich auch zum nächsten Punkt: dem Loot. Ich hatte beim Witcher leider immer das Gefühl, die ganzen Quests nur für Story und XP zu machen, einen coolen Loot gibt es de facto nicht. Klar, man findet hin und wieder ein tolles Schwert oder ein cooles Rüstungsteil aber das wars dann auch. Im Grunde gibt es bei Witcher exakt vier verschiedene Arten von findbarem Kram: Waffen/Rüstungen , Fresskram, Bastelkram (Alchemie & Handwerk) und Runen. Den direkten Verkaufskram kann man fast komplett vergessen, da man außer verticken damit nix machen kann. Somit kommen wir auch eigentlich schon zum nächsten Knackpunkt: es gibt einfach zu viel Kram. Da es nur zwei Waffen gibt (Monster und Mensch) kann man entsprechend Waffen, die einen geringeren Schadenswert haben direkt wegwerfen (oder verkaufen). Die für Alchemie oder Handwerk benötigten Gegenstände bekommt man fast immer direkt beim Händler. Somit schlörrt man Unmengen an Kräutern, Hähnchenbrüsten, Stahlbarren und Büchern mit sich. Entsprechend selten muss man auch Dinge kaufen, was dazu führte, dass ich gegen Ende des Spiels weit über 20.000 Gold parat hatte. Meist hatten die Händler nicht genug Gold, um die tollen, aber nutzlosen weil schwächeren Schwerter, in Zahlung zu nehmen. Ergo schmeißt man irgendwann nur noch weg oder hebt erst gar nicht auf. Das fand ich insgesamt relativ unbefriedigend. Als Beispiel hatte ich das gleiche Problem bei Fallout oder Skyrim. Hier lag es aber eindeutig daran, dass ich einfach zu viele geile Waffen/Rüstungen im Gepäck hatte, von denen ich mich einfach nicht trennen wollte. Bei Witcher kein Problem: Weniger Schaden, weg damit.

Die Bewegung im Spiel ist etwas hakelig. Ja ich kann verstehen, dass Gerald nicht wie ein Karnickel rennen und stoppen kann, aber gerade das reiten mit Pferd ist besonders hakelig, gerade auch weil man wirklich an jedem verschissen Baum hängen bleibt. Und Bitte – warum heißt das blöde Pferd Plötze und kann nicht sterben? Und wieso sterbe ich, wenn ich einen zu steilen Berg runtergehe, was glaube ich meine häufigste Todesursache ist, zusammen mit Höttehü ist das aber kein Problem?

Versteht mich nicht falsch – The Witcher 3 ist ein gutes Spiel. Es macht Spaß, hat eine packende Story, sehr interessante (und großbrüstige) Charaktere, aber insgesamt fehlt mir nach Ende 80% aller Quests und dem Ende der Hauptstory noch die Motivation, ALLES zu entdecken. Das hatte ich bei Fallout oder Skyrim in der Form nicht, ja dort waren die Hauptstories, zumindest bei Skyrim, kurz und anspruchslos, aber der Rest der Welt war einfach deutlich spannender. The Witcher 3 ist ein tolles Spiel ohne Frage. Auf die DLCs freue ich mich auch sehr (zumal sie kostenlos sein werden), so richtige dolle Vorfreude empfinde ich aber aktuell für Fallout 4.