Archiv für Januar, 2016

Fallout 4 – I’m shipping up to Boston!

Veröffentlicht: 28. Januar 2016 in Allgemein

War, war never changes.
Auch nicht, wenn wir in Fallout 4 nach Boston ziehen und Raidern, Mutanten, Ghouls und anderem Gekröse die Hölle heiß machen. Und das machen wir bei Fallout 4 zur Genüge.
Lang erwartet und heiß ersehnt veröffentlichte Bethesda im November den 4. Teil der Fallout Serie. Genau genommen ist es der zwar der 5. (New Vegas ist definitiv ein eigener Teil), die Nomenklatur kann dem geneigten Spieler aber reichlich egal sein.
Story:
Die Story ist Fallout typisch eigentlich nur Nebensache: Der/die Held/in flüchtet mit Familie in eine Vault, wird tiefgefroren, wird aber manuell aufgetaut, um den Sohn zu entführen und den Ehepartner zu killen. Im Prinzip ist Fallout 4 daher ein reiner Rachefeldzug bzw. Rettungsmission für den Sohn.

Just one more sidequest…

Die Hauptstory ist zwar lang, bietet dabei relativ wenig Tiefgang, deutlich interessanter und spannender sind die Nebenquests, Entdeckungen und die Charaktere.
Nachdem ich von Witcher III etwas enttäuscht war (tolle Story, mäßiges Gameplay), hat mich Fallout 4 wieder ganz in seinen Bann gezogen. Ich hoffte im Vorfeld auf ein postnukleares Skyrim und was soll ich sagen? BINGO! Völlige Freiheit, individueller Kampfstil, etwas vereinfachtes Skillen und grandiose Dialoge und Entdeckungen. Genau das habe ich nach Fallout 3 und New Vegas erwartet. Das Ganze hat dann auch dazu geführt, dass ich, bevor ich mit der Hauptquest weitermache, zunächst möglichst viel erkunden möchte. Das fängt bei Städten an (die zugegebenermaßen diesmal recht klein und langweilig ausfallen), steigert sich über vier Fraktionen (Minuteman, Brotherhood, Railroad & Institut) bis hin zu einer vielzahl an Orten, die einfach Spaß machen zu erkunden.
Im Gegensatz zum Witcher habe ich in Boston und dem Commonwealth wirklich Lust, alles zu erkunden. Dabei geht es gar nicht so sehr um Loot oder Schätze, es sind die kleinen Geschichten hinter den Orten, die man entdeckt. Ob das jetzt ein alter verfluchter Steinbruch, eine aufgegebene Stadt, ein Schrottplatz oder eine Evakuierungsstation ist, die Zahl der Orte, die sich erkunden lassen wirkt endlos und spornt mich nach jedem „abgehaktem“ Örtchen dazu an, weitere zu suchen und zu erkunden. Ganz in Fallout Manier funktioniert das Kampfsystem: Entweder actionlastiges Geballer oder VATS in Zeitlupe, beides hat seinen Charme und ergänzt sich meiner Meinung nach wunderbar. Für Standard-Raider zücke ich die Pistole und schieße aus der Ferne, gegen Todeskrallen muss das VATS herhalten. Etwas unglücklich hingegen ist das Inventar geraten – sammelt man relevante Dinge ein, muss man diese erst umständlich suchen. Es wird zwar nach Waffen, Rüstungen, Hilfsmitteln, Schrott und Diversem sortiert, innerhalb dieser Reiter ist die Sortierung aber reichlich unübersichtlich. Hinzu kommt, dass die Waffen und Rüstungen gepimpt werden können, was ihren Namen und die Anzeige extrem einengt. Gerade beim Handeln weiß man daher nicht immer, welche Waffe oder Rüstung all diese Attribute hat.
Crafting ist ein eigenes Thema für sich. Ich persönlich bin kein Fan und crafte nicht, man kann aber so ziemlich alles modden und verändern, was man möchte. Sehr gut hingegen finde ich, dass sich Waffen und Rüstungen nicht mehr abnutzen, das hat in den Vorgängern wirklich genervt.
Das einzige was mir wirklich fehlt sind richtig schöne Städte. Die einzigen Städte im Commonwealth sind Diamond City und Goodneighbour. Alles andere sind entwerder Siedlungen oder selbst gegründete Städte. Crafting lässt grüßen. In Zeit von Minecraft und Co. sicherlich ein kluger Schritt, ich persönlich habe aber wenig Lust an Häuschen bauen, Möbel bauen und Verteidgungen aufbauen, dafür finde ich den Rest des Spiels einfach zu spannend.

Als Fazit kann man bei Fallout 4 nur festhalten – wer die Vorgänger mochte, wird Fallout 4 auch mögen. Selbiges gilt übrigens auch für Skyrim. Kleinere Wehrmutstropfen wie die Actionlastigkeit oder die sich doch öfters wiederholenden Quests sind unschön, mir persönlich aber von Skyrim dermaßen bekannt, dass ich trotzdem über alle Maßen zufrieden bin. Fallout 4 ist für mich persönlich das beste Game des vergangenen Jahres!